Freitag, 24. März 2017

Wirtschaftspornogedicht


Wirtschaftswachstum! Risikoinvestition!

Abwrackprämie war gestern, wir verbraten Kapital

Liquiditätshilfen gegen Stocken der Devisenflüsse sind zur Hand

Florierender Außenhandel! Deine prallen Schuldenberge, erbebend!

Sexy in hohen Absatzmärkten, deine üppigen Budgets emporgestreckt und kreisend!

Mit frisierten Büchern und glatten Bilanztricks im Schweinsgalopp

Konjunkturoptimistisch! Hier wird lauthals fusioniert

Verschwitzte Kursmanipulationen, immer dereguliertere Märkte

Solch prächtiger Wohlstand, schau! Solche Rendite! Wir schlagen Schaum!

Angebot und Nachfrage bis zum Hals, in rasantem Kursanstieg bis zum Höhepunkt —

Hunderte und Hunderte Milliarden werden heftig in obskure Wirtschaftskanäle gepumpt

Oh Baby, ich brauch gleich Staatshilfe!

Ein paar letzte Schwalle kraftvoller Finanzspritzen, dann Deflation

Insolventes Wegrollen in die Kissen

Mikael Vogel, "Wirtschaftspornogedicht", aus: Massenhaft Tiere, Verlagshaus J. Frank, Berlin 2011

Mittwoch, 22. März 2017

Kapitalisten und ihre Schaufeln

Neues aus der Blogosphäre:  Was ist in den anderen ver.di-Blogs los?




Kapitalisten-Schaufel als Super Sign bei Dehner


"Vergesst die Pyramiden, den Eiffelturm, die Freiheitsstatue", berichtete der ver.di-Blog der Dehner-Beschäftigten, "hier kommt die Schaufel!". Mit der "Schaufel" - von den Kolleginnen gleich zutreffend als "Kapitalisten-Schaufel" tituliert, ist eine riesige Gartenschaufel gemeint, die die Gartenbaucenter-Kette Dehner sich selbst zum 70. Geburtstag als neues Super Sign schenkte.

Offizielles Statement des Dehner-Geschäftsführers Weber, dessen Unternehmen 2009 Tarifflucht begangen hat,  zum Schaufel-Monster:
"Das Design-Konzept für die rund 3,5 Tonnen schwere Alu-Stahl-Konstruktion mit Lärchenholzgriff wurde in Zusammenarbeit mit einer renommierten Agentur aus München entwickelt. Weber: „Dehner setzt dabei bewusst auf eine Optik der Superlative: Das Objekt soll künftig als ‚Super Sign‘, Markenbild und Besucherattraktion gleichermaßen fungieren.“

Kommentar der Dehner-ver.di-Blogredaktion: "Die Dekadenz der Geschäftsführung kennt keine Grenzen. Dehner gibt sich die Schaufel!"

Montag, 20. März 2017

Grad schee is

City Partner München kassiert erneute Niederlage

Der strahlend blauweiße Himmel über München
wird auch 2017 durch keine Sonntagsöffnung getrübt


Eine schlechte Nachricht für Konsummonaden ohne Familie und Freunde, die nur am Sonntagnachmittag ihre Waschmaschinen kaufen können. Und eine gute Nachricht für alle im Handel Beschäftigten:  Der Lobbyistenverein der Münchener Handelskonzerne in der Innenstadt, City Partner München e.V., hat in Sachen Sonntagsöffnung eine weitere Niederlage einstecken müssen. Das Kreisverwaltungsreferat München ging nicht auf das modifizierte Konzept der Pressure Group der Handelskapitalisten für eine Sonntagsöffnung am Stadtgründungsfest am 18. Juni 2017 ein.

So bleibt der Sonntag in München weiterhin, was das Bundesverwaltungsgericht 2015 in einem Grundsatzurteil ausdrücklich bestätigt hat: ein fester Zeit-Anker für die Menschen, der nicht dem Kommerz geopfert wird, sondern für soziale, kulturelle, gesellschaftliche, sportliche und politische Aktivitäten reserviert ist.

Montag, 13. März 2017

Länger schuften, früher sterben

Armutsbericht 2017 des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes


Den kürzlich vom Paritätischen Wohlfahrtsverband veröffentlichten Armutsbericht 2017 findet Ihr hier zum Download: 

In Tabelle 1 (auf Seite 7 des Berichts) ist bei verschiedenen Haushaltstypen angegeben, welches Einkommen erreicht werden muss, um die Armutsschwelle zu überschreiten (Quelle sind die statistischen Ämter des Bundes und der Länder). Damit kann jedermann/frau feststellen, ob mit dem eigenen Einkommen die sogenannte Armutsschwelle erreicht oder überschritten wird, oder ob man als (relativ) einkommensarm gilt.

Wie die Tagesschau ebenfalls kürzlich in einem Beitrag berichtete, sterben Arme früher als Reiche:

Mittwoch, 8. März 2017

Abteilungsversammlungen

 
 
 
"Der Betriebsrat hat einmal in jedem Kalendervierteljahr eine Betriebsversammlung einzuberufen und in ihr einen Tätigkeitsbericht zu erstatten", heißt es in § 43 des Betriebsverfassungsgesetzes. Anstatt einer Betriebsversammlung kann der Betriebsrat auch eine Abteilungsversammlung einberufen.
 
Am Standort München werden in den nächsten  Wochen in den einzelnen Filialen und Abteilungen sogenannte Abteilungsversammlungen durchgeführt. Zeit und Ort sind jeweils dem Aushang am Schwarzen Brett zu entnehmen. Weitere Auskünfte geben Euch Eure Betriebsrätinnen und Betriebsräte.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, bitte nutzt diese Gelegenheit, um in kleinerem Kreis Themen und Probleme mit Euren BetriebsrätInnen direkt vor Ort zu besprechen.

Montag, 6. März 2017

"Zeigt Haltung!"





Twitter-Diskussion um rechte Literatur bei Hugendubel

 
Empört Kunden: Auslage mit Kopp-Titeln in der Ulmer Hugendubel-Filiale




Seit einigen Tagen tobt eine heftige Diskussion auf Twitter um rechte Titel bei Hugendubel.

Einer Kundin waren in der Ulmer Hugendubel-Filiale die offensiv präsentierten Titel u.a. des Kopp-Verlages unangenehm aufgefallen. Auf Twitter schrieb sie:  

"Schockiert über rechtsextremistische Bücher prominent ausgestellt im Ulmer Hugendubel. , bitte zeigt Haltung!" 


Am Freitag berichtete die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) unter der Schlagzeile Wirbel um bei Hugendubel verkaufte Titel vom Kopp-Verlag über den Fall und zitierte dabei auch eine Unternehmenssprecherin von Hugendubel:

Mittwoch, 1. März 2017

Arbeitgebervorschlag für die Fastenzeit


zum Vergrößern auf die Graphik klicken
 
 
 
Pünktlich zum Beginn der Fastenzeit präsentieren wir hier im Infoblog einen Arbeitgeber-Vorschlag für alle nicht gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen:
 
Unser neuer Service im Hugendubel Infoblog:
Die Verzicht-Vorlage zum Anklicken, Ausdrucken, Ausfüllen und Abgeben (in der Personalabteilung.)


Montag, 27. Februar 2017

Kein Faschingsscherz


Bildergebnis für narrenkappe karneval



Süddeutsche Zeitung: "Sie haben für die Sanierung die Berater von Porsche Consulting geholt.
Was haben die verbessert?"

Maximilian Hugendubel: "Das ist zunächst vor allem eine Haltungsfrage gewesen. Nach der Weltbild-Insolvenz haben die Mitarbeiter mit diesem Projekt den Glauben an den Buchhandel wiedergefunden. Sie sind wieder aufrecht gegangen, die Schultern sind wieder breiter geworden."






Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 20.02.2017, Interview mit Nina und Maximilian Hugendubel
(vollständig online nur für SZ-Abonnenten lesbar)
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/buchhandel-hugendubel-die-krise-hat-die-firma-zusammengeschweisst-1.3387144

Freitag, 24. Februar 2017

Mephistos Faust

Nicht lustig: Georg Schramm


 
Vor fünf Jahren schlug die Infoblog-Redaktion im Blog-Artikel Schramm for President den Kabarettisten Georg Schramm als Kandidaten zur damaligen Bundespräsidentenwahl vor. Gewählt wurde dann leider nicht der zornige Prediger Schramm, der so manchem  die Leviten gelesen hätte, sondern der Pfaffe Gauck, der der Freiheit des Kapitals und weltweiten Militäreinsätzen seinen Segen gab.
 
Kürzlich wurde schon wieder der falsche Bundespräsident gewählt: nicht der über die Spaltung der Gesellschaft wütende Armutsforscher Christoph Butterwegge, sondern der Agenda-Architekt Steinmeier, in dessen Antrittsrede kein einziges mal das Wort "sozial" vorkam.
 
Grund genug, mit Schramms Programm Mephistos Faust kräftig auf den Tisch zu hauen.

Dienstag, 21. Februar 2017

Schlechte Führung macht krank

Arbeitgeber blockieren Verhandlungen zu gesundheitsförderlicher Führung



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Mittwoch, 15. Februar 2017

Beschäftigtenrechte unter Beschuss: Union-Busting stoppen!

Petition: Solidarität mit den Beschäftigten in Bangladesh!



Noch im Oktober 2016 hatten in Dhaka deutsche GewerkschafterInnen vom Fachbereich Handel der Gewerkschaft ver.di im Rahmen von ExChains gemeinsam mit den Bekleidungsarbeiter_innen vor Ort für die Zahlung eines Existenzlohns demonstriert. Nun nehmen Arbeitgeber und Regierung friedliche Beschäftigtenproteste zum Vorwand, die Arbeiter_innenbewegung zu zerschlagen.

In Dhaka sind die Kosten für Grundnahrungsmittel und Wohnen in den letzten Monaten explodiert. Daher haben zehntausende Beschäftigte im Stadtteil Ashulia im Dezember für einen deutlich höheren Mindestlohn gestreikt. Der ist sowieso fällig, denn er muss laut Gesetz alle drei Jahre an die Preisentwicklung angepasst werden; dies geschah zuletzt 2013.

Montag, 13. Februar 2017

Politik für Beschäftigte und klar gegen rechts


Superwahljahr 2017:  Was wir als Gewerkschaft fordern

Bildergebnis für wählen gehen




Fünf Wahlen stehen 2017 an: Die Bundespräsidentenwahl, drei Landtagswahlen und die Bundestagswahl im September. Der DGB hat seine Anforderungen an die Parteien zur Bundestagswahl bereits formuliert. Als Einheitsgewerkschaft ist der DGB parteipolitisch unabhängig, aber nicht neutral.
 
Im Wahljahr positioniert sich der DGB klar gegen Rechts. Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann warnte bereits am 1. Mai 2016 in Stuttgart, dass die soziale Spaltung den Gegnern der Demokratie nütze. „Die Rechtspopulisten behaupten, sie seien die Partei des kleinen Mannes. Aber ihre politischen Programmpunkte bei der Steuer-, Renten- und Sozialpolitik zeigen, dass sie eine Partei der Besserverdiener ist, ohne Konzept, europafeindlich, menschenfeindlich und keine demokratische Alternative“, stellt der DGB-Vorsitzende klar. „Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften agieren als Einheitsgewerkschaften parteipolitisch ungebunden, aber nicht neutral“, betont Hoffmann.